Liebe Freund*innen, liebe Genoss*innen,

nach intensiven Diskussionen und Überlegungen haben wir uns dazu entschieden, unseren gemeinsamen Weg der Suche nach einer Neuausrichtung linksradikaler und revolutionärer Politik  in der BRD nicht mehr als Gruppe ROSA fortzusetzen.

Diese Entscheidung fällt uns nicht leicht, denn die vergangenen Jahre waren geprägt von wichtigen gemeinsamen Erfahrungen, intensiven Lernprozessen und wertvollen Momenten der politischen Arbeit. Wir sind stolz auf den gemeinsamen Prozess und die gemeinsame Arbeit bis hierhin. ROSA war für uns ein Raum der politischen Bildung, der kollektiven Reflexion und der aktiven Praxis im Sinne einer revolutionären Organisierung von unten.
Es ist uns wichtig zu betonen, dass dies nicht das Ende unseres Kampfes und unserer Suche nach Möglichkeiten für eine revolutionäre Umgestaltung der Gesellschaft ist. Und auch nicht unseres Versuchs, die Entwicklung einer neuen revolutionären Perspektive im Ansatz der Stadtteilbasisarbeit zu finden. Im Gegenteil: Wir stehen nach wie vor hinter dem Ansatz, auf den wir uns gemeinsam geeinigt haben. Die Idee, in armen Stadtteilen zu arbeiten, die alltäglichen Probleme der Menschen ernst zu nehmen und daraus gemeinsame politische Kämpfe zu entwickeln, ist nach wie vor aktuell und notwendig. Wir konnten in den letzten Jahren sehen, wie sich dieser Ansatz innerhalb der radikalen Linken verbreitet hat – mittlerweile in dutzenden Städten in der BRD gehen Genoss:innen ähnliche Wege. Wir sind beeidruckt von dieser Entwicklung und freuen uns auf die nächsten Schritte. 

ROSA war für uns immer der Ort, an dem wir – gekoppelt an diese Form der politischen Praxis und gespeist durch diese Erfahrungen – uns tiefer mit der Frage einer Aktualisierung einer revolutionären, gesamt-gesellschaftlichen Perspektive auseinandersetzen. ROSA sollte demnach auch ein Ort sein, an dem wir uns praktisch die Frage einer revolutionären Organisierung – im Sinne einer Organisierung von Revolutionär:innen – stellen.
Wir haben in den letzten Monaten immer stärker gespürt, dass wir an dieser Frage nicht weiterkommen. Wir haben es nicht geschafft, neben der politischen Basisarbeit zentralen politischen Fragen der letzten Jahre zusammen zu bearbeiten, eine stärker inhaltliche Arbeit zu entwickeln und darin gemeinsame Perspektiven zu finden, die unseren politischen Ausgangpunkt weiterentwickeln und so diesen Suchprozess lebendig halten könnten. Ebenso konnten wir keine Antwort auf das Spannungsfeld zwischen alltäglicher Basis-Aufbau-Arbeit und herkömmlichem Aktivismus finden, die uns als Gruppe zusammenhalten konnte.
Wir haben uns somit dazu entschieden, dass es an der Zeit ist, unsere Arbeit in anderen Organisationsformen und Zusammensetzungen weiterzuführen.Wir haben gemerkt, dass die Struktur und auch der politische Ausgangspunkt, die uns als Gruppe ROSA getragen hat, zwar in der Vergangenheit gut funktioniert hat, aber inzwischen an ihre Grenzen gestoßen ist.
Wir möchten daran erinnern, dass wir als ROSA im Rahmen der Strategie-Diskussionen um 2016 innerhalb der radikalen Linken zusammengekommen sind. Zentrale Orientierungspunkte dabei waren 1) eine stärkere Verbindung der radikalen/revolutionären Linken mit der Gesellschaft und Klassenkämpfen, aber auch 2) die Neu-Schaffung einer revolutionären Perspektive von unten (in der BRD und darüber hinaus). Durch das Ende unserer Organisierung bei ROSA bleibt für uns vorerst diese zweite Frage und vor allem die Frage einer entsprechenden Organisierung von revolutionären Kräften offen. Wir hoffen darauf, dass wir uns in Zukunft wieder mit denjenigen verbinden werden, die diesen Fragen weiterhin nachgehen wollen.

Auch, wenn unsere gemeinsame Zeit als Gruppe hier endet, eint uns weiterhin das Streben nach einer revolutionären Veränderung der Gesellschaft durch den Aufbau von solidarischen und kämpferischen Strukturen vor Ort und durch die (Weiter-)Entwicklung einer neuen revolutionären Perspektive.

Danke an alle, die uns in den letzten Jahren unterstützt, begleitet und inspiriert haben. Ohne eure Solidarität, eure Ideen und eure Bereitschaft zur Zusammenarbeit wären viele der Erfolge von ROSA nicht möglich gewesen.

Wir werden unser Mail-Fach, ebenso wie unsere Homepage noch ein paar Wochen offen lassen. Wenn ihr Fragen oder Kommentare habt, tretet gerne noch einmal mit uns in Kontakt.

In diesem Sinne: Fragend schreiten wir voran. Von unten nach links!

Eure ROSAs

Unser Zwischenstandsbericht ist da!

Fünf Jahre nach der linksradikalen Strategiekonferenz „lasst uns reden“ haben wir uns die Zeit genommen und unsere Erfahrungen der letzten Jahre sowie unsere aktuellen Positionen zu Fragen von Stadtteilarbeit, Basisorganisierung und Revolution zusammengefasst.

Ihr könnt den Bericht hier runterladen.

18. März – Tag der politischen Gefangenen

Redebeitrag vom 18. März 2021

Weltweit sehen wir Menschen und Bewegungen, die für Gerechtigkeit, eine bessere Welt, eine andere Gesellschaft kämpfen. Überall sehen wir Widerstand gegen die Auswirkungen des kapitalistischen, patriarchalen und imperialistischen Systems, welches uns und die Natur ausbeutet und unterdrückt. Überall sehen wir Menschen, die ein solches Leben nicht hinnehmen wollen. Menschen, die dem Wunsch nach Veränderung Ausdruck verleihen: nach Gerechtigkeit und Freiheit, nach Würde und Leben, nach einer Gesellschaft, die wir nach unseren Bedürfnissen gestalten und die im Einklang mit der Natur lebt. Überall sehen wir Menschen, die dafür aufstehen und kämpfen – gemeinsam, solidarisch und von unten. Wie die Zapatistas in Mexiko sagen: Ganz normale Leute, Rebellinnen und Rebellen.

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3 Jahre „Lasst uns reden“: Von der Strategiekonferenz zu revolutionärer Stadtteilarbeit

„Das Ziel einer radikalen Linken ist […] die Veränderung der Gesellschaft hin zu einer frei von Ausbeutung und Unterdrückung“, so stand es in der Einladung zur Strategiekonferenz 2016 geschrieben. An zwei Tagen haben hier über 100 Linke aus Münster darüber diskutiert, wie diese Veränderung aussehen kann und soll: Was sind die uns verbindenden Ziele? Wie können wir einen revolutionären Prozess gestalten? Was ist unsere Strategie? Wie können wir uns besser organisieren? Continue reading „3 Jahre „Lasst uns reden“: Von der Strategiekonferenz zu revolutionärer Stadtteilarbeit“

Solidarität mit dem kurdischen Freiheitskampf

Liebe Freund*innen,

am Abend des 6. Oktober konnten wir alle in den Nachrichten erfahren, dass die USA ihre Truppen aus den kurdischen Gebieten in Nordsyrien abziehen. Als Grund wird genannt, dass sie einer bevorstehenden Militäroffensive der Türkei nicht im Weg stehen wollen. Seit Monaten gibt es bereits auffällige Truppenbewegungen im Grenzgebiet, ein solcher Angriff wird also schon länger erwartet und wird jetzt möglicherweise real. Aus diesem Grund existiert bereits die internationalistische Kampagne „RiseUp4Rojava“, deren Aufruf am Tag X+1 eines türkischen Angriffs unseren Protest möglichst lautstark und entschlossen auf die Straße zu tragen.

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ROSA – Kennenlernabend für Erstis – 17.10.2019

Liebe Erstis, liebe Neu-Münsteraner*innen (auch die, die nicht studieren),

wir von “ROSA – revolutionäre Linke” möchten euch einladen. Zu einem geselligen und hoffentlich spaßigen Abend, der etwas abseits des gewohnten Vortrags-Formats stattfinden wird. Wir wollen uns und unsere Arbeit vorstellen, aber auch euch kennenlernen. Klingt das gut, bringt ihr vielleicht schon Interesse an linksradikaler und revolutionärer Politik mit oder habt sogar Lust in Münster politisch aktiv zu werden? Dann herzlich willkommen zum ROSA-Kennenlernabend!

Am 17.10.2019 um 19 Uhr in der leo:16, Herwarthstr. 7.

Eine Veranstaltung im Rahmen der kritischen O-Woche.

Bis dahin,
ROSA – Revolutionäre Linke

Neue Klassenpolitik muss praktisch werden! Veranstaltung am 04.10.2019

Neue Klassenpolitik muss praktisch werden! Veranstaltung am 04.10.2019

 

Am übernächsten Freitag, den 04.10.2019 um 19 Uhr veranstalten wir
gemeinsam mit der FAU und der Gruppe Basta einen Vortrag + Diskussion in der Leo:16, in der
Herwarthstraße 7 in Münster. Wir haben Thorsten Bewernitz zu Gast der
die Debatte um eine neue Klassenpolitik sowie seinen eigenen Vorschlag
vorstellen wird. Wir sind gespannt auf den Vortrag und freuen uns auf
eine gemeinsame Diskussion!
Um 19:00Uhr gehts los! Continue reading „Neue Klassenpolitik muss praktisch werden! Veranstaltung am 04.10.2019“